Schloss Egg

Folterkammer, Festsäle und Falknerschau

Schloss Egg liegt in der Gemeinde Bernried im Landkreis Deggendorf und wurde im 12. Jahrhundert im Tal des Perlbachs als Wasserburg angelegt. Das Schloss ist im Kern immer noch eine komplett erhaltene mittelalterliche Burganlage, um die sich der ehemalige Wassergraben zieht. Original eingerichtete Festsäle und Salons lassen sich heute noch besichtigen. Spiegelsaal, Roter und Blauer Salon, Rittersaal, Spielsaal und ein prunkvoller Konzertsaal versetzen die Besucher in eine Märchenwelt.

Im Außenbereich kann man den 45 Meter hohe Burgturm erklimmen (der höchste Burgturm Bayerns) und auch ein Verlies mit Folterkammer besichtigen. Ein kleines Archiv gibt Aufschluss über geschichtliche Begebenheiten, die romantische Burgkapelle lädt zum stillen Gebet ein. Während der Öffnungszeiten finden laufend Führungen durch die Festsäle statt.

Schloss Egg wird erstmals im Jahr 1103 als Sitz des Thiemo de Ekke erwähnt. Die Ecker dienten zunächst den Grafen von Bogen und nach deren Aussterben 1242 den bayerischen Herzögen. Die Schlosskapelle wurde 1349 erbaut. 1403 kam Egg an die Fraunberger, welche über die Grafschaft Haag herrschten. 1427 verkauften diese die Anlage für 8.000 ungarische Golddukaten an Herzog Heinrich den Reichen. Die Herzöge verpfändeten die Burg an reiche Gefolgsleute. 1752 kam sie an den Freiherrn Josef von Armannsberg. Graf Joseph Ludwig von Armansperg ließ die Burg um 1840 für 84.000 Gulden romantisieren. Das nunmehrige Schloss verkauften seine Erben an Baron Karl von Eichthal, 1884 erwarb es Graf Adolf von Hohenthal und Bergen. Es folgten weitere Besitzerwechsel, bis 1931 das Kloster Metten das Schloss ersteigerte. 1939 kaufte es der Fabrikant und Konsul von China Joseph Maximilian Hartl. In Besitz seiner Familie ist das Schloss noch heute.