| Geschichte der Falknerei |
|
Es war einmal ein Mann der fing einen Falken, er zähmte ihn, fütterte ihn und ließ ihn wieder frei. Der Falke flog auf der Suche nach Nahrung höher und höher. Weit über den Wolken erspähte er seine Beute, stieß herab und tötete sie. Als der Mann sich dem Falken näherte, flog er nicht davon, sondern teilte seine Beute mit ihm. Dies war vor langer Zeit, der Beginn von der Kunst der Falknerei. Die Geschichte der Falknerei gehört zu den faszinierendsten Teilen der Jagdgeschichte weltweit. Vor 5000 Jahren entstand die edelste Jagdform des Menschen irgendwo in den Steppen Mittelasiens. Um das karge Leben der Nomaden zu verbessern entwickelte sich eine Jagdform zur Nahrungsbeschaffung - die Beizjagd (kommt von Beißen). Bei den blonden Reiternomaden, den Skythen und Sarmaten, ist der Ursprung zu suchen. Sie waren die ersten Reiternomaden und -krieger der Menschheitsgeschichte. Sie lebten in der heutigen Republik Tuwa, welches inzwischen "Das Land der Goldhütenden Greifen" heißt. (geprägt durch den griechische Geschichtsschreiber Herodot, das Land zwischen Arschan und dem Pazyryk-Tal, an den Oberläufen des Irtysch, des Ob und des Jenissei.) Bis zu dem heutigen Tag wird noch dort in den Steppen die Beizjagd ausgeübt. Die Steppen bieten für Reitervölker geradezu ideale Verhältnisse für diese Jagdart, die seit dem dritten Jahrhundert nach Ch. dokumentiert und von vielen Kulturen übernommen wurde. In Mittel- und Westeuropa finden sich Nachweise dieser Jagdart schon zwischen dem dritten und siebten Jahrhundert. 106 nach Christus wurde Dakien (heute Rumänien) Römische Provinz, in Grenzgebieten der Sarmaten war diese Jagdform schon lange vertraut. Marco Polo erzählt von seinen Reisen auf der Seidenstraße von 10.000 Falkner und Vogelstellern. (Griechischer Kulturkreis, zum Beispiel Ktesias der als Leib-Arzt am Persischen Hof lebte). In Gallien wurde die Jagdform auf der Synode zu Adge um 506 verboten. Da die Kelten und Goten mit der Abrichtung von Tieren sehr beschäftigt waren, war diese Jagdart auch ihnen vertraut. Bei den Goten war der Adler das Symbol schlechthin. Der Pactus Legis Salicae (6 Jh.) enthält Bußbestimmungen für den Diebstahl von Jagdhunden und Beizvögeln, was beweist, dass bei den Franken die Beizjagd ausgeübt wurde. Im 4-5 Jh. erschien die Beizjagd plötzlich bei einigen antiken Schriftstellern. Also es muss ein Volk gewesen sein, das künstlerisch sehr einfallsreich war und es ausgezeichnet verstand mit dem erarbeitetem Vertrauen zu Tieren, solch hervorragende Leistungen zu erbringen. Irgendwo in den Steppen mit unüberwindbaren Fluchtdistanzen, wahrscheinlich schon beritten, lebte dieses Volk und hatte ausreichend Wild und Beizvögel zur Verfügung. Erste schriftliche Hinweise der Beizjagd finden sich im Nahen und Mittleren Osten im Babylonischen Talmud. Bei den Sassaniden im 6 Jh. wurde von Byzantinischen, Persischen und Indischen Ärzten, über die Falknerei berichtet. Europa In Europa kam es zum wertvollsten Dokument der europäischen Zeit- und Geistesgeschichte durch die Übersetzung vom Arabischen ins Lateinische im Auftrag von Kaiser Friedrich II von Hohenstaufen in Sizilien durch den monophysitischer Christ aus Syrien "Theodor von Antiochia". Kenner des Schrifttums (Medizin und Hygiene) und der Wissenschaft aus dem nahen Osten und Maghreb, den berühmten arabischen Traktat des Arabischen Falkners Moamyn für den Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen. Mit Hilfe der von Theodor von Antiochia übertragenen Werke und dank seiner eigenen Erfahrung als Jäger und Falkner verfasste er dann sein berühmtes Buch "De arte venandi cum avibus" - Von der Kunst mit Vögel zu Jagen, während die andere Arbeit mit dem Titel "De arte bersandi" - Von der Jagd auf Rotwild handelt. Kaiser Friedrich II von Hohenstaufen 1194-1250 Viele Dichter, Künstler und Gelehrte waren daran beteiligt, aber Mittelpunkt und Anreger war der Kaiser selbst. Der Arabische Falkner Moamyn berichtet auch, dass zur Jagd auf Rotwild Geparden eingesetzt wurden. Auch Kaiser Friedrich II von Hohenstaufen benutzte den Gepard zur Jagd (der wurde auch schon in der Antike zur Jagd gebraucht), bekannt als Jagdleoparden, welche zur Antilopenjagd eingesetzt wurden, die es vereinzelt noch heute gibt. Kaiser Friedrich wuchs im Arabisch geprägten Siziliens auf Palermo auf, wo er viele Sprachen und Kulturen kennen und studieren lernte. Sein Vorhaben, das er im Vorwort darlegte, war Dinge sichtbar zu machen, die sind, wie sie sind. In der Zoologie des Mittelalters stellt Friedrichs Falkenbuch eines der wichtigsten Werke dar - es übertrifft die Zoologie des Aristoteles (gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten europäischen Philosophen) an Präzision und Ausführlichkeit. In der Falknerei gilt das Falkenbuch als die Bibel der Falkner und als Pionierwerk, das bis heute gültig und auch nicht überholt ist. Viele Verhaltensweisen der Vögel, die Friedrich beobachtete und beschrieben hatte, wurden erst im 20. Jahrhundert von Konrad Lorenz und anderen Verhaltensforschern bestätigt und weiterentwickelt. Im 12. Jahrhundert reifte die Falknerei, nicht nur in der Stauferzeit, auch in Asien unter Dschingis Kahn zur Höchstblüte heran. Die hohe Geltung der Beizjagd spiegelte sich in der Stauferzeit nicht nur in den Falkentraktaten und in historischen Quellen, die wir vom Kaiserhof in Sizilien und von anderen Fürstenhöfen besitzen, sondern auch in vielen dichterischen und bildlichen Zeugnissen jener Epoche. In unserer Epoche unterziehen sich Falkner und Repräsentanten der Falknerei weltweit großen Anstrengungen, um für die Falknerei die Anerkennung und das Prädikat als Weltkulturerbe bei der UNESCO zu erhalten um die traditionelle Falknerei, in all ihren Facetten zu sichern. Kaiser Friedrich über die Falken Der Geist des Falken unterscheidet sich von dem des Menschen - er ist gewöhnlich stärker als unserer, er kennt kein Selbstmitleid keine Furcht darum bewundern wir ihn so, er ist voller Selbstvertrauen. Sogar am Rande des Todes bleibt sein Geist unversehrt. Er ist wie eine Aura, fast greifbar. Der Umgang mit so einem Geist erhöht, inspiriert und stärkt unseren eigenen Geist durch sein Beispiel und die Gemeinschaft mit ihm. Brich nie seinen Geist. Sei geduldig, er hat keinen Instinkt zum Gehorsam. Es kommt der Moment wo er auf deiner Hand sitzt und bereit ist zu fliegen, je weiter er fliegt desto näher ist er Dir. Die Haube Ein Kunsthandwerk, das von erfahrenen Falknern aus Leder hergestellt wird und genau auf die Passform des Vogels abgestimmt ist. Einst wurde sie vom arabischen Raum übernommen. Sie dient einzig und alleine um den Vogel vor unnötigem Stress zu bewahren, da Vögel auf bewegliche Veränderungen sehr empfindlich reagieren können. Bei der Beizjagd ist sie sehr hilfreich für den Transport und bei der Jagd in Gruppen. Der Vogel verhält sich sehr ruhig und konzentriert unter der Haube und sie hat daher einen angenehmen Einfluss auf den Vogel. |



